Kennen Sie das Maßband als Metapher für Lebenszeit?

Kürzlich habe ich ein Buch über die Dinge gelesen, die Menschen an ihrem Lebensende am meisten bereuen. … Es sind die Dinge, die wir uns nicht getraut haben, die wir nur geträumt haben, die wir einfach immer wieder verschoben haben oder als nicht realisierbar abgetan haben.

 

Es ist ganz einfach. Gehen wir von einer Lebenszeit von 80 Jahren aus. Nehmen Sie eine Schere und schneiden Sie die „Jahre“ von 80 – 100 ab. Im Anschluss setzen Sie die Schere bei ihrem Alter an und schneiden ihre bereits gelebten Jahre ab.

In meinem Fall bleibt nun ein Zeitstrahl von 29 Jahren bestehen. 29 Jahre, die ausgefüllt sind mit täglicher Arbeit beruflich und privat. Die Zeit, die wir im Schlaf verbringen, lässt sich auch noch abziehen.

In meiner Rechnung bin ich von einer „bewussten“ Lebenszeit von 14 Stunden täglich ausgegangen.

Hier stellt sich bereits die erste Frage, "berechnen Sie Ihre Lebenszeit inklusive Erwerbstätigkeit?"

Sollten Sie sich bereits am Montag auf den Freitag freuen, reduzieren Sie Ihre Lebenszeit um die wöchentliche Arbeitszeit.

Lebenszeit, sollte nicht die Zeit sein, die schnell vorüber gehen soll. Was meinen Sie?

Mich hat diese Rechnung hellhörig gemacht. Sie verdeutlicht so plastisch was vorüber ist und was bzw. wieviel vielleicht noch bleibt. 

Zeit zu überlegen ob das was ich als richtig, wichtig und nötig erachte wirklich noch für mich stimmt.

Zeit zu fühlen ob das was ich als richtig, wichtig und nötig erachte wirklich noch für mich stimmt.

Zeit zu überlegen und zu fühlen, was für mich wichtig und nötig ist und wenn es richtig ist, für wen.

Zeit Emotionen loszulassen, sich abzugrenzen ohne emotional abzustumpfen – ohne sich zu verschließen.

Und endlich - Zeit zu beginnen, was erfüllt, was schön ist, was neu ist oder auch nur anders, weil sich die eigene Haltung verändert hat. Weil Dinge und Situationen, die anstrengend waren, einfach nur noch sind.

Vielleicht ist es inspirierend unser eigenes Leben ab und an aus den Augen einer Dritten Person zu betrachten. So lernen wir unser Leben neu (er)kennen.

 

Und vielleicht stellen wir fest, dass alles ok ist wie es ist. 

 

Unsere Wege gehen weiter, wie entscheiden wir  – gute Lebensreise

Foto: Carolin Anselstetter